Das „Netzwerk katholischer Lesben” hat beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg die Änderung des Katechismus der Katholischen Kirche zur Homosexualität gefordert – gestützt auf einen Beschluss des Synodalen Weges.
Forderung auf der Kirchenmeile
Am vergangenen Donnerstag präsentierte das Netzwerk „katholischer Lesben” beim Würzburger Katholikentag seinen Stand auf der Kirchenmeile. Eine Vertreterin der Gruppe forderte gegenüber dem katholischen Fernsehsender K-TV ausdrücklich eine Überarbeitung der Katechismus-Nummern 2357 bis 2359 sowie 2396 – jener Passagen, die homosexuelle Handlungen als „in sich nicht in Ordnung” bezeichnen.
„Papst Franziskus hat die Todesstrafe abgeschafft. Also das heißt: Der Katechismus ist veränderbar. Und das zeigt auch, dass es dort wichtig ist, Veränderung vorzunehmen.”
Die Standvertreterin rief zudem den Synodalen Weg als Legitimationsbasis auf:
„Und genauso muss auch der Katechismus sich auf den Weg machen – das ist übrigens eine Forderung des Synodalen Weges, dass der Katechismus geändert werden muss.”
Auf den Hinweis der Reporterin, das Netzwerk stehe in Kontrast zur kirchlichen Lehre, entgegnete die Vertreterin: „Wieso glauben Sie, steht das in Kontrast?” Kritische journalistische Nachfragen bezeichnete sie als „Populismus” und forderte „mehr Offenheit” sowie „mehr Toleranz” der Presse. Zudem verwies sie auf einen nicht namentlich genannten Weihbischof aus Paderborn, der dem Netzwerk gesagt habe: „Gut, dass Sie da sind.”
Kirchenmeile als Spiegel einer kirchlichen Debatte
Rund 300 Organisationen waren auf der Würzburger Kirchenmeile vertreten. Neben dem Netzwerk katholischer Lesben präsentierten sich die Initiative „#OutInChurch”, der „Ökumenische Arbeitskreis BDSM und Christsein” und die „Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche”. Die Veranstalter des Katholikentags verteidigten die Zulassung mit dem Hinweis, Gruppen mit einem explizit christlichen Bezug hätten grundsätzlich das Recht auf einen Stand, sofern sie nicht verfassungsfeindlich seien.
Gleichzeitig war der Lebensrechtsverband Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) mit einem Stand präsent. Drei von ALfA eingereichte Podiumsvorschläge zu Leihmutterschaft, Abtreibung und Sterbebegleitung lehnten die Veranstalter aus Kapazitätsgründen ab.
Die Lehre der Kirche ist keine Abstimmungsfrage
Aus katholischer Sicht ist die Morallehre zur Sexualität keine Sache synodaler Mehrheitsbeschlüsse. Sie gründet auf Heiliger Schrift, apostolischer Tradition und dem Naturrecht. Die Ereignisse auf der Würzburger Kirchenmeile zeigen, wie weit sich Teile der deutschen Kirchenlandschaft von der Lehre der Kirche entfernt haben – und wie nachdrücklich eine Rückbesinnung auf das unverfälschte Glaubensgut notwendig ist.
Quellen: CNA Deutsch · katholisch.de



