Piusbruderschaft Glaubenserklärung an Papst Leo XIV.

Die Piusbruderschaft Glaubenserklärung an Papst Leo XIV. vom 14. Mai 2026 enthält nach Aussage des Generaloberen das unverzichtbare Minimum für die Gemeinschaft mit der Kirche – veröffentlicht einen Tag nach der Exkommunikationsandrohung durch Kardinal Víctor Manuel Fernández.

 

Pagliarani: „Alle Gespräche blieben ergebnislos”

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat am 14. Mai 2026 ihre Katholische Glaubenserklärung an Papst Leo XIV. veröffentlicht. Das Dokument erschien einen Tag, nachdem Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt der vatikanischen Glaubensbehörde, erklärt hatte, geplante Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat seien ein schwerwiegender Akt, der zur Exkommunikation führen werde. Die Weihen sind für den 1. Juli 2026 in Écône angekündigt.

Im Vorwort zur Erklärung schreibt Generaloberer Davide Pagliarani:

„Seit über 50 Jahren bemüht sich die Priesterbruderschaft St. Pius X., dem Heiligen Stuhl ihren Gewissenskonflikt angesichts der Irrtümer darzulegen, die den katholischen Glauben und die katholische Moral zerstören. Leider blieben alle geführten Gespräche ergebnislos.”

Die Glaubenserklärung enthalte „das unverzichtbare Minimum, das erforderlich ist, um in Gemeinschaft mit der Kirche zu stehen”.

 

Extra ecclesiam nulla salus – ohne Ausnahme

Das Kernanliegen der Erklärung betrifft die Heilsnotwendigkeit der Kirchenzugehörigkeit. Die Piusbruderschaft bekräftigt darin:

„Außerhalb der römisch-katholischen Kirche und ohne das Bekenntnis des von ihr seit jeher gelehrten Glaubens gibt es weder Heil noch Vergebung der Sünden.”

Diese Notwendigkeit betreffe „die gesamte Menschheit ohne Ausnahme” und schließe unterschiedslos Christen, Juden, Muslime, Heiden und Atheisten ein. Den Auftrag aufzugeben, alle Menschen zum katholischen Glauben zu bekehren, bezeichnet die Erklärung als „das schwerste Verbrechen gegen die Menschheit”. Damit richtet sich das Dokument direkt gegen jene relativierenden Tendenzen im zeitgenössischen interreligiösen Dialog, die die Bruderschaft seit Jahrzehnten als Gefährdung der Glaubenslehre benennt.

 

Absage an Fiducia supplicans

Zu Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare stellt die Erklärung unmissverständlich fest:

„Die widernatürliche Sünde der Unkeuschheit ist von solcher Schwere, dass sie stets und unter allen Umständen vor Gott nach Strafe schreit. Sie kann unter keinen Umständen als eine Gabe Gottes anerkannt werden.”

Ein Paar, das dieses Laster praktiziere, müsse Hilfe erhalten, sich davon zu befreien, und dürfe „in keiner Weise – weder formell noch informell – von den Amtsträgern der Kirche gesegnet werden”. Die Piusbruderschaft lehnt damit das 2023 veröffentlichte Dokument Fiducia supplicans, das pastorale Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare unter bestimmten Bedingungen vorsieht, mit klarer theologischer Begründung ab.

 

Die Welt soll durch die Kirche umgestaltet werden

In einem weiteren Abschnitt wendet sich die Erklärung gegen die Trennung von Kirche und Staat. Die Piusbruderschaft hält darin fest:

„Das Christentum ist kein bloßes historisches Phänomen, sondern die einzige von Gott gewollte Ordnung unter den Menschen. Nicht die Kirche soll sich der Welt anpassen, sondern die Welt soll durch die Kirche umgestaltet werden.”

Dieser Grundsatz des sozialen Christkönigtums bildet das Fundament, auf dem die Bruderschaft seit ihrer Gründung durch Erzbischof Marcel Lefebvre ihr apostolisches Wirken versteht.

 

Gleize legt Gegendarstellung vor

Parallel zur Glaubenserklärung veröffentlichte Pater Jean-Michel Gleize, der maßgebliche Theologe der Bruderschaft, eine detaillierte Widerlegung der Argumentation von Kardinal Fernández. Gleize analysierte die vatikanischen Aussagen zur Weihefrage Punkt für Punkt und bestritt die kanonische Einordnung der geplanten Weihen.

Die Priesterbruderschaft hatte das vatikanische Gesprächsangebot grundsätzlich begrüßt, eine Verschiebung des Weihetermins jedoch abgelehnt. Die Begründung: Die sakramentale Versorgung der Gläubigen dulde keinen Aufschub. Dahinter steht dasselbe pastorale Verantwortungsbewusstsein, das Erzbischof Marcel Lefebvre bereits in der Notstandssituation von 1988 leitete.

Die Glaubenserklärung vom Mai 2026 fügt sich in eine über fünfzigjährige Geschichte ein: die Bewahrung der heiligen Messe des Missale 1962, das Spenden der Sakramente in würdiger Art und der unverfälschten katholischen Glaubenslehre als Dienst an der Kirche und an den ihr anvertrauten Seelen.

 

Quellen: kath.net – Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben · Katholische Glaubenserklärung, gerichtet an Papst Leo XIV.

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