„Respektlos und empörend” — die Franziskanerkustodie verurteilt den Vorfall im südlibanesischen Christendorf Debel. Es ist bereits der zweite Übergriff dieser Art innerhalb weniger Wochen.
Müde Distanzierung und Maßnahmen
Die Empörung im katholischen Heiligen Land ist groß. Wie israelische Medien am Mittwochabend berichteten, wurde ein israelischer Soldat dabei fotografiert, wie er einer Marienstatue im südlibanesischen Christendorf Debel eine Zigarette in den Mund steckte. Das Bild kursierte zunächst in sozialen Netzwerken und löste international Bestürzung aus. Die Aufnahme entstand nach Angaben eines Armeesprechers bereits vor mehreren Wochen.
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Die israelischen Streitkräfte (IDF) kündigten wie immer eine Untersuchung an. Das Verhalten des Soldaten stehe im „Widerspruch zu den Werten, die von den Angehörigen der Armee erwartet werden”, erklärte ein Armeesprecher. Dem Soldaten drohten Disziplinarmaßnahmen. Es wirkt wie ständiges Zusammenbauen der immer selben Satzbausteine, die man für eine Erklärung nutzt, wenn Christus und die Muttergottes beleidigt werden.
Schon der zweite Vorfall in Debel
Brisant ist die Vorgeschichte: Ausgerechnet im selben Dorf hatte Ende April ein anderer israelischer Soldat eine Jesusfigur mit einem Hammer beschädigt — der Vorfall ging damals um die Welt. Wegen jener Tat wurden zwei Soldaten zu 30 Tagen Militärhaft verurteilt — der Täter selbst und der Soldat, der den Vorgang fotografiert hatte. Beide wurden zudem vom Kampfeinsatz abgezogen. Sechs weitere Soldaten, die anwesend waren, aber nicht eingeschritten waren, wurden zu „klärenden Gesprächen” einbestellt.
Franziskaner: „Klare Botschaft” gefordert
Die Franziskanerkustodie im Heiligen Land verurteilte den Vorfall als „respektlos und empörend” und forderte die israelische Regierung und das Militär auf, „zu handeln und eine klare Botschaft zu senden, dass solches Verhalten inakzeptabel ist”.
Quellen: vaticannews.va





