Kardinal Müller: Synodenbericht ist häretische Relativierung

Der emeritierte Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre hat den Abschlussbericht der Synoden-Studiengruppe 9 als häretische Relativierung der natürlichen und sakramentalen Ehe zurückgewiesen – und warnt vor einer zerstörerischen Häresie innerhalb der Kirche.

 

Müllers Kritik am Synodenbericht der Gruppe 9

Kardinal Müller und der Synodenbericht der Studiengruppe 9 zur Homosexualität – diese Verbindung sorgt für klare Worte: Der emeritierte Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat in einem Kommentar auf der Plattform Per Mariam den am 5. Mai 2026 veröffentlichten Abschlussbericht der vatikanischen Studiengruppe 9 scharf zurückgewiesen. Das 32-seitige Dokument enthält erstmals in einem vatikanischen Schreiben Erfahrungsberichte zweier homosexueller Männer, die in gleichgeschlechtlichen Zivilehen leben.

Müller diagnostiziert bei den synodalen Arbeitsgruppen ein grundlegendes Problem: Sie umgehen die Glaubenslehre, anstatt sie offen abzulehnen.

„Man negiert nicht offen die geoffenbarten Wahrheiten. Man baut sich daneben das eigene Haus eines bequemen und weltkonformen Christentums.”

 

Segnungen als häretische Leugnung der Ehe

Besonders scharf fiel Müllers Urteil über die kirchliche Begrüßung des Berichts aus:

„In den Reaktionen der innerkirchlichen Homo-Lobby auf die Veröffentlichung der entsprechenden synodalen Arbeitsgruppe und den sogar von Bischöfen befohlenen Segnungen nichtehelicher Geschlechtsgemeinschaften wird offen die häretische Relativierung der natürlichen und sakramentalen Ehe begrüßt.”

Die Frage der Segnungen beantwortet Müller mit einem klaren Verweis auf die gesamte Tradition der Kirche:

„Von einer Segnung von Menschen in ehebrecherischen Beziehungen ist weder in der Heiligen Schrift noch in der gesamten Tradition der Kirche etwas zu sehen oder zu hören – und schon gar nicht von der Bevollmächtigung der Bischöfe, betrügerische und blasphemische Segen anzuordnen oder zuzulassen.”

 

Woke-Ideologie: Häresie wie der Manichäismus

Mit besonderer Schärfe wandte sich der Kardinal gegen die Gender- und Woke-Ideologie:

„Mit der ursprünglich dem atheistisch-materialistischen Gedankengut entstammenden Woke-Ideologie ist in die katholische Kirche eine zerstörerische Häresie und ein schismatischer Spaltpilz eingedrungen, die in der Dimension ihres Widerspruchs gegen die geoffenbarte Wahrheit Gottes dem Manichäismus oder Pelagianismus entsprechen.”

Auch die Genderideologie bewertet Müller als direkten Widerspruch zur christlichen Anthropologie und zur biologischen Wissenschaft. Das vatikanische Synodenbüro hatte sich inzwischen von dem Bericht distanziert und erklärt, die Arbeitsgruppen handelten autonom und ihre Texte trügen nicht das Logo des Generalsekretariats.

 

Einordnung aus katholischer Perspektive

Kardinal Müllers Kommentar erinnert daran, dass treue Hirtensorge nicht im Anpassen an den Zeitgeist besteht, sondern im unbeirrbaren Festhalten an der geoffenbarten Wahrheit. Wenn vatikanische Arbeitsgruppen gleichgeschlechtliche Erfahrungsberichte ohne lehramtliche Einordnung präsentieren, bedroht dies die Klarheit der Glaubenslehre. Die Kirche hat stets die Einheit von Mann und Frau in der Ehe als von Gott gestiftet gelehrt – und dieser Ordnung können keine synodalen Mehrheiten widersprechen.

 

Quellen: CNA Deutsch · kath.net

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