Nordirland: Pastor Clive Johnston wegen Evangeliumspredigt in Schutzzone verurteilt

Clive Johnston Nordirland Schutzzone: Am 7. Mai 2026 wurde ein 78-jähriger pensionierter Pastor am Magistratsgericht Coleraine schuldig gesprochen, weil er in einem gesetzlich gesperrten Bereich um ein Krankenhaus aus dem Johannesevangelium predigte – ohne das Wort „Abtreibung” auch nur ein einziges Mal zu nennen.

 

Urteil am Magistratsgericht Coleraine

Clive Johnston, pensionierter protestantischer Pastor und ehemaliger Präsident der Association of Baptist Churches in Ireland, wurde am 7. Mai 2026 von Richter Peter King in zwei Anklagepunkten schuldig gesprochen. Grundlage war der Abortion Services (Safe Access Zones) Act 2023: Das nordirische Gesetz stellt alle Handlungen unter Strafe, die geeignet sind, Personen innerhalb von 100 Metern um Einrichtungen, in denen Abtreibungen vorgenommen werden, zu „beeinflussen”.

Der Tatvorwurf betraf einen Vorfall vom 7. Juli 2024. Johnston hatte an jenem Tag in unmittelbarer Nähe des Causeway Hospital in Coleraine einen „Freiluftgottesdienst” abgehalten. Neben einem großen Kreuz stehend und in ein Mikrofon sprechend las er aus dem Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 16. Von Abtreibung war nicht die Rede. Es war ein Sonntag; die Klinik führte an diesem Tag keine Abtreibungseingriffe durch. Die Staatsanwaltschaft machte gleichwohl geltend, Johnston habe zumindest rücksichtslos gehandelt, ob seine Predigt Personen beeinflussen könnte, die Abtreibungsleistungen in Anspruch nehmen wollten. Das Gericht folgte dieser Argumentation.

 

Strafmaß: Vorstrafe und 450 Pfund Geldstrafe

Das Gericht verurteilte Johnston zu einer Geldstrafe von 450 Pfund (rund 530 Euro). Für den bis dahin strafrechtlich unbescholtenen Großvater von sieben Enkeln bedeutet das Urteil eine Vorstrafe. Johnston war nach Angaben seiner Unterstützer noch nie zuvor mit der Polizei in Konflikt geraten. Er und sein rechtlicher Beistand prüfen die Möglichkeit einer Berufung.

Ciarán Kelly, Direktor des Christian Institute, das Johnston rechtlich begleitet, warnte nach dem Urteil vor einer schleichenden Einschränkung der Religions- und Meinungsfreiheit in Großbritannien. Sollte das Urteil Bestand haben, stelle es weitreichende neue Beschränkung dar. Johnston selbst erklärte, das Urteil ordne friedliche christliche Zeugenschaft faktisch einer rechtswidrigen Einflussnahme zu.

 

Präzedenzfall in Nordirland

Der Fall Johnston gilt als erster seiner Art seit Inkrafttreten des Safe Access Zones Act in Nordirland. Das Gesetz spiegelt eine Entwicklung wider, die sich im gesamten Vereinigten Königreich beschleunigt: In England und Wales gelten vergleichbare Zonen, in denen bereits stilles Gebet und das Halten eines Rosenkranzes zu Polizeieinsätzen und Anzeigen geführt haben. Internationale Beachtung fand der Fall vor allem in den Vereinigten Staaten, wo religiöse Organisationen und Medien das Urteil als Indiz für eine zunehmend restriktive Gesetzgebung gegenüber christlicher Öffentlichkeitspräsenz bewerteten.

 

Quellen: kath.net – Pensionierter Pastor in Nordirland nach Predigt in Schutzzone verurteilt · kath.net – Nordirland: Pastor wegen Predigt in Schutzzone angeklagt

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