Auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg erhielt der Ökumenische Arbeitskreis BDSM und Christsein einen offiziellen Stand auf der Kirchenmeile. Die Veranstalter verteidigten die Zulassung – während Lebensrechtsorganisationen auf fehlende Kapazitäten verwiesen wurden. Auf Instagram berichtet der Katholik Emanuel Adamski ausführlich davon, was er auf dem Katholikentag erlebt hat.
Offizieller Stand für Sadomasochisten
Auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg präsentierte sich der Ökumenische Arbeitskreis BDSM und Christsein mit einem offiziellen Stand auf der Kirchenmeile. Unter Standnummer MW-R-07 vertrat die Gruppe ihre Position vom 13. bis 17. Mai 2026. BDSM steht für Bondage und Discipline, Dominanz und Submission sowie Sadomasochismus. Nach eigener Beschreibung versteht sich der Arbeitskreis als „Christen aus verschiedenen Konfessionen, die sich mit Erotik und Sexualität insbesondere im Bereich sadomasochistischer Sexualpräferenzen beschäftigen”.
Auf ihrer Website wirbt die Gruppe mit dem Leitsatz: „Wegen Gott müssen wir das Schlafzimmer nicht verdunkeln.” Die Veranstaltungsleitung verteidigte die Zulassung ausdrücklich. Cosima Jagow-Duda, Abteilungsleiterin Presse und Marketing beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), erklärte auf Anfrage von CNA Deutsch:
„Der AK BDSM und Christsein ist seit mehreren Katholikentagen auf der Kirchenmeile vertreten. Alle Organisationen mit einem explizit christlichen Bezug haben prinzipiell dieses Recht, sofern sie nicht verfassungsfeindlich oder gruppenbezogen menschenfeindlich sind.”
Inhaltlich gehe es um das christliche Selbstverständnis der Gruppe. Das Programmheft des Katholikentags wies auf Seite 58 ausdrücklich darauf hin, dass Meinungsvielfalt und Diskurs auf der Kirchenmeile erwünscht seien. Grenzen lägen lediglich dort, wo rassistische oder demokratiefeindliche Positionen geäußert würden.
„Queer-Gottesdienst” und abgelehnte Lebensrechts-Podien
Neben dem BDSM-Arbeitskreis waren auf der Kirchenmeile weitere Gruppen vertreten, deren Positionen entgegen der katholischen Sexualmoral stehen: das Netzwerk katholischer Lesben, die Initiative #OutInChurch sowie die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche. Für den 16. Mai war im offiziellen Programm ein Queer-Gottesdienst unter dem Titel „Das Leben ist bunt – Vielfalt in der Kirche?!” angekündigt. Insgesamt präsentierten sich rund 300 Organisationen auf der Kirchenmeile in Würzburg.
Gleichzeitig wurden drei von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) eingereichte Podiumsvorschläge zu den Themen Leihmutterschaft, Abtreibung und Sterbebegleitung von der Katholikentagsleitung abgelehnt. Die ZdK-Pressesprecherin verwies auf Kapazitätsgründe: Von insgesamt 40 verfügbaren Podienplätzen hätten zwei Drittel aller Bewerbungen abgesagt werden müssen. Die ALfA-Bundesvorsitzende Cornelia Kaminski hatte zuvor erklärt, der Einsatz für den Schutz des menschlichen Lebens gehöre in die Mitte der Kirche.
Parodie des Glaubens
Das Ereignis in Würzburg spiegelt einen grundlegenden Konflikt im deutschen Kirchenleben wider. Eine Veranstaltung, die sich auf das katholische Erbe beruft, bot einer Gruppe offiziellen Raum, deren Praxis im Widerspruch zu den Grundlagen der Theologie des Leibes steht – während Organisationen, die das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod schützen, auf fehlende Kapazitäten verwiesen wurden.
Quellen: CNA Deutsch · kath.net



