Rumänische Vollstreckungsbeamte betraten am 14. April 2026 die Kirche Unserer Lieben Frau der Schmerzen, während Gläubige zur Kommunion anstanden. Höchste rumänische Staatsbehörden hatten den Schutz des geweihten Raumes zuvor ausdrücklich bestätigt.
Schutz wurde schriftlich zugesagt
Rumänische Vollstreckungsbeamte drangen am 14. April 2026 in die fast neunhundert Jahre alte Norbertiner-Abtei in Oradea ein, während die heilige Messe gefeiert wurde. Ein Gerichtsvollzieher trat in die Kirche Unserer Lieben Frau der Schmerzen ein, während Gläubige zur heiligen Kommunion anstanden. Erst auf Bitten eines griechisch-katholischen Priesters zog sich das Vollstreckungspersonal kurz zurück.
Abt Rudolf Anzelm Fejes, kanonisch an die Abtei gebunden und gesetzlicher Vertreter des Prämonstratenser-Priorats, widerstand der Räumung. Mit rund hundert Gendarmen im Rücken inventarisierte der Vollzieher anschließend die Sakristei, einschließlich liturgischer Gewänder und heiliger Gefäße. „Die für die Religionsausübung notwendigen Räume sind von jeder Veräußerung und Vollstreckung ausgenommen”, erklärte Abt Anzelm laut dem Lepanto-Institut. Das Obergeschoss der Abtei wurde von der Stadt formell beschlagnahmt.
Besonders erschütternd ist, dass höchste rumänische Staatsbehörden der Gemeinde Oradea zuvor mehrfach schriftlich bescheinigt hatten, die Abtei stehe als Teil der Römisch-Katholischen Diözese Oradea unter ausdrücklichem Rechtsschutz.
Das Staatssekretariat für Religionsangelegenheiten hielt in einem Schreiben vom 9. April 2026 fest, sakrale Güter, die unmittelbar und ausschließlich dem heiligen Kult dienen, seien „von der Vollstreckung und der Ersitzung ausgenommen”. Gleichlautend äußerte sich die Kanzlei des Premierministers. Die Gemeindeführung Oradeas ignorierte diese Rechtsauffassungen.
Ein bekanntes Muster
László Toroczkai, Vorsitzender der ungarischen Partei Mi Hazánk Mozgalom, der vor Ort zugegen war, erklärte laut Lepanto-Institut: „Ich hätte nie gedacht, dass ich erleben würde, wie bewaffnete rumänische Gendarmerie und Polizei in eine katholische Kirche während einer ungarischsprachigen Messe einbricht.” Das Berufungsverfahren ist noch anhängig. Für den 8. Mai 2026 hat das Appellationsgericht eine Ortsbesichtigung des Klosterkomplexes angeordnet. Anwältin Andrea Varga bezeichnet das Vorgehen als Versuch, „das normale liturgische Leben der Kirche unmöglich zu machen” .
Die amtliche Kirchenführung Rumäniens schweigt.
Quellen: The Catholic Herald · Lepanto Institut





