Der kasachische Weihbischof Athanasius Schneider hat der Aussage von Kardinal Víctor Manuel Fernández entschieden widersprochen, wonach die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht geändert oder korrigiert werden könnten. Schneider erklärte, diese Behauptung sei „völlig falsch“ und betonte, dass nur göttlich offenbarte Wahrheiten und definierte Dogmen endgültig unveränderlich seien.
Völlig falsch
Bischof Schneider reagierte auf die Erklärung von Kardinal Fernández, die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils könnten nicht korrigiert werden. Diese Position bezeichnete Schneider ausdrücklich als „völlig falsch“.
Er stellte klar, dass es in der Kirche unterschiedliche Verbindlichkeitsgrade gebe. Wörtlich sagte er:
„Die einzigen Texte, die nicht geändert werden können, sind das ‚Wort Gottes‘, die Bibel, und ‚verkündete Dogmen‘, wobei ein Dogma durch einen Papst oder ein Konzil erläutert werden kann.“
Zur Begründung verwies Schneider auf die Selbsteinschätzung des Konzils. Papst Johannes XXIII. habe in seiner Eröffnungsansprache erklärt, das Konzil sei:
„überwiegend pastoralen Charakters.“
Auch Papst Paul VI. habe 1966 bestätigt:
„Angesichts des pastoralen Charakters des Konzils vermied es dieses, in außerordentlicher Weise Dogmen zu verkünden, die mit dem Merkmal der Unfehlbarkeit ausgestattet sind.“
Daraus folgert Schneider, dass pastorale Aussagen nicht denselben endgültigen Rang besitzen wie unfehlbare dogmatische Definitionen. Besonders bei Fragen wie Religionsfreiheit und Kollegialität sieht er schwerwiegende Spannungen zur früheren kirchlichen Lehre. Dazu sagte er:
„Es ist ein offenkundiger Widerspruch oder zumindest in einem solchen Maß zweideutig, dass es gefährlich ist und … durch das Lehramt korrigiert werden muss.“
Pater Davide Pagliarani, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., kündigte an, dass die Bruderschaft am 1. Juli Bischofsweihen vornehmen werde. Eine doktrinelle Einigung mit dem Vatikan sei derzeit „unmöglich“, insbesondere weil Fernández erklärt habe, die Konzilstexte könnten nicht korrigiert und die Legitimität der Liturgiereform nicht in Frage gestellt werden.
Schneider kritisierte darüber hinaus eine aus seiner Sicht widersprüchliche Haltung Roms. Während man der Priesterbruderschaft „so hohe Hindernisse“ in den Weg lege, sei der Heilige Stuhl zugleich „äußerst großzügig“ gegenüber anderen politischen Akteuren.
Quelle: Lifesitenews





