Ich bin der Ich bin und du bist der, der nicht ist!
Ich vermag nichts ohne Gott
Diesen Satz zu verstehen, ist die Grundlage des ganzen geistlichen Lebens, die Grundlage dafür heilig zu werden. Es reicht allerdings nicht, den Sinn und Gehalt dieses Satzes philosophisch nachvollziehen und verstehen zu können. Der Verstand kann dieser offenkundigen Wahrheit schließlich nicht widerstehen; er muss notwendig zugeben, dass ich nicht bin und nichts habe und nichts vermag ohne Gott.
Ich muss vielmehr zutiefst von dieser Wahrheit überzeugt und durchdrungen sein. Ja, diese Wahrheit muss ich lieben, da sie mich in die richtige Beziehung zu Gott setzt und die Beziehung eines demütigen Menschen – nichts anderes bin ich, wenn ich von dieser Wahrheit tief durchdrungen bin – ist die eines Kindes zum Vater, das alles voll Vertrauen vom Vater erwartet. So kann ich mit dem hl. Paulus ausrufen: Wenn ich mich rühme, will ich mich meiner Schwachheit rühmen.
Ein Kind werden “heißt das eigene Nichts anerkennen, alles vom lieben Gott erwarten, wie ein Kind alles von seinem Vater erwartet… auch bei den Armen wird dem Kinde das nötige gegeben; ist es aber groß geworden, so will sein Vater es nicht mehr erhalten, und er sagt ihm: ‘ Jetzt arbeite! Du kannst dich selbst versorgen.’ Eben um niemals dieses Wort hören zu müssen, wollte ich nie groß werden; denn ich fühle mich ganz unfähig, mir das Leben zu verdienen, das ewige Leben!”
hl. Theresia vom Kinde Jesu





