Kardinal Zen äußert sich zum Fall der FSSPX

Kardinal Zen setzt auf Vertrauen auf den aktuellen Papst Leo XIV. | Youtube Screenshot Montage

Der emeritierte Bischof von Hongkong, Joseph Zen, hat sich in einem geistlichen Kommentar zur aktuellen Situation der Priesterbruderschaft St. Pius X. geäußert. In seiner Betrachtung zum Freitag der zweiten Fastenwoche greift er die Lesung über Josef und seine Brüder auf und zieht daraus einen Vergleich zur gegenwärtigen kirchlichen Situation sowie zum Dialog zwischen der Bruderschaft und dem Dikasterium für die Glaubenslehre.

Der Fall der FSSPX

Kardinal Zen äußert sich per Blogartikel und einem X-Beitrag wie folgt:

“Angesichts des Falls der SSPX scheint es, dass sogar die Traditionalisten gespalten sind. Das ist sehr verständlich, denn es gibt zwei Dinge zu bedenken.

A: Ein Schisma muss mit allen Kräften vermieden werden, weil es der Kirche einen schweren und dauerhaften Schaden zufügen würde;
aber andererseits
B: muss man auch ein großes Gewissensproblem respektieren: „Wie kann man jemanden verpflichten, Lehren zu folgen, die offensichtlich die heilige Tradition der Kirche leugnen?

Wie kann also der Fall gelöst werden?

Die FSSPX wurde gesandt, um mit dem Leiter des Dikasteriums für die Glaubenslehre zu sprechen – aber gibt es von diesem Dialog überhaupt eine minimale Hoffnung?

Wenn man die erste Lesung und den folgenden Antwortpsalm der heutigen Messe liest, scheint man es so sehen zu können:

Josef ─ FSSPX
die Brüder Josefs ─ Kardinal Tucho
Ruben ─ Papst Leo (vielleicht mit Hilfe von S. E. Schneider)

„Die Brüder (Josefs) hassten ihn.“

Tucho, der beabsichtigt, die Traditionen der Kirche zu zerstören – wie könnte er die FSSPX nicht hassen? Wahrscheinlich wäre er sogar froh, sie exkommuniziert zu sehen!

Gibt es also keine Hoffnung mehr?

Es gibt Ruben, den guten Bruder!
Es gibt Leo, den guten Vater!

Die Einheit der Familie Gottes liegt ihm am Herzen! Aber was, wenn die Söhne das Konzil nicht akzeptieren?

Papst Leo ist jemand, der zuhört! Er versteht und wird seinen Söhnen verständlich machen, dass gewisse Dinge, die im Namen des sogenannten „Geistes des Konzils“ begangen wurden, aber der Tradition der Kirche widersprechen, nicht vom Konzil stammen!

Und die Messe im TLM? Offensichtlich ist es ein Fehler, sie abschaffen zu wollen! Der Novus Ordo hat die Absichten der Konzilsväter nicht respektiert (S. E. Athanasius Schneider hat dazu reichlich Belege gesammelt).

Papst Benedikt hat, als er von der „Reform der Reform“ sprach, die Möglichkeit eingeräumt, dass sich die beiden Formen der Liturgie der römischen Messe gegenseitig bereichern.

Setzen wir unser Vertrauen in Papst Leo: Er hat begonnen, Katechesen über die Dokumente des Konzils zu halten – zu ihnen müssen wir alle zurückkehren!”


Vertrauen auf den Papst

Kardinal Zen setzt auf Vertrauen auf den aktuellen Papst Leo XIV. Ein bitteres Geschmäckle: Er verkennt eine der wichtigsten Wurzeln des Problems – das Zweite Vatikanum. Zudem spricht er ebenso von der gegenseitigen Bereicherung beider Riten, der überlieferten Liturgie und dem neuen Messritus. Das ist genau jene falsche Denkweise, die Benedikt XVI. populär machte.

Damit verkennt er das eigentliche Problem, äußert sich dennoch moderater als die Kardinäle Müller, Sarah und Burke. Zudem zeigt Kardinal Zen, dass er aus guten Absichten schreibt und sich nicht wünscht, dass es zu einem „Schisma“ kommt, welches – davon kann man sicher ausgehen – ungültig sein wird.

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