Ein im Netz kursierendes Foto zeigt einen israelischen Soldaten, der mit einer Axt auf eine Christusfigur im Südlibanon einschlägt.
Durch ein Foto zur Aufmerksamkeit
Ein Foto, das sich innerhalb von Stunden weltweit in sozialen Netzwerken verbreitete, zeigt einen Soldaten der israelischen Streitkräfte (IDF), wie er mit einer Axt auf den Kopf einer Jesusfigur einschlägt. Zuvor war die Statue von einem Kreuz im christlichen Dorf Debl im Südlibanon, nahe der israelischen Grenze, herabgefallen. Die IDF bestätigte die Echtheit des Bildes und teilte mit, das Verhalten des Soldaten sei „vollkommen unvereinbar mit den von der Truppe erwarteten Werten”.
Netanjahu und Sa’ar distanzieren sich
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich persönlich zu Wort meldete, schrieb auf X: „Ich war fassungslos und traurig, als ich erfuhr, dass ein IDF-Soldat eine katholische Ikone im Südlibanon beschädigt hat.” Man werde „dementsprechend harte Maßnahmen gegen den Täter ergreifen”, kündigte er an. Außenminister Gideon Sa’ar bezeichnete die Tat als „schwerwiegend und beschämend” und erklärte: „Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall und bei allen Christen, die sich verletzt gefühlt haben.”
Netanjahu ergänzte, Israel sei das einzige Land der Region, in dem Christen in Frieden leben könnten: „Während Christen in Syrien und dem Libanon von Muslimen abgeschlachtet werden, gedeiht die christliche Bevölkerung in Israel besser als irgendwo sonst im Mittleren Osten.” Ein Satz, der das Bedauern einbettet, ohne den Kontext zu beleuchten: Die IDF hält weiterhin Teile des Südlibanon besetzt und hat die Zivilbevölkerung aufgefordert, trotz Waffenstillstand nicht in ihre Dörfer zurückzukehren.
5.000 Familien abgeschnitten
Missio-Präsident Dirk Bingener, der sich derzeit in Ägypten aufhält, verurteilte die Schändung und verwies auf die Gesamtlage der Christen im Südlibanon. Rund 5.000 Familien seien durch die israelische Militäraktion vom Rest des Landes abgeschnitten, über ihr Schicksal gebe es keine gesicherten Informationen. Gezielt werde Wohnraum zerstört, um eine Rückkehr der Bevölkerung zu verhindern.
Quellen: Vatican News, kath.net





