Dubuque: Sonntagsmesse fällt in 84 Pfarreien weg

Erzbischof Zinkula nennt es ein „Zeichen des Wandels”. Für die Treugebliebenen ist es das Ende der heiligen Messe in einem von zwei Dritteln der Pfarreien. 

 

Messbesuch sinkt um 46 Prozent

Die Erzdiözese Dubuque im US-Bundesstaat Iowa wird ab diesem Sommer die Sonntagsmesse in 84 ihrer Pfarreien einstellen. Als letzten Schritt einer Umstrukturierung, die im September 2024 begann, werden 163 Pfarreien zu 24 sogenannten „Pastoraten” zusammengelegt. Erzbischof Thomas Zinkula hat die Entscheidung bekanntgegeben; betroffen sind nach EWTN News rund 182.000 Katholiken, die von 85 aktiv tätigen Priestern betreut werden, einem Priester auf zwei Pfarreien.

Die Zahlen, die Zinkula benennt, sind erschütternd: Der Messbesuch sank in zwanzig Jahren um 46 Prozent. Katholische Trauungen gingen um mehr als 50 Prozent zurück. Kindertaufen fielen um 22 Prozent. Zinkula erklärte gegenüber EWTN News: „Die Zahl der Gläubigen, die die heilige Messe besuchen, ist in zwanzig Jahren um 46 Prozent gesunken, und die Zahl der für den Dienst verfügbaren Priester nimmt weiter ab.” Den Befund nennt er eine Einladung zum Vertrauen:

„Demografische Wirklichkeiten, der Rückgang der Priester und Ordensleute sowie die Notwendigkeit, dass Priester mehr als eine Pfarrei betreuen, sind keine Zeichen des Scheiterns. Sie sind Zeichen des Wandels.”

 

Das Muster kennt die nordamerikanische Kirche gut. Georgetown University verzeichnet zwischen 1970 und 2020 einen Rückgang von 9 Prozent der Pfarreien landesweit, während die Zahl der Katholiken im gleichen Zeitraum um 46 Prozent stieg. In Chicago schlossen 187 Pfarreien, in Detroit 146, in New York 111, in Philadelphia 104. Mitte der 2010er-Jahre waren 3.496 Pfarreien in den USA ohne residierenden Priester.

Pater Aaron Junge, Pfarrer der seit 1858 bestehenden Gemeinde Immaculate Conception in Cedar Rapids, beschrieb die Lage seiner Pfarrangehörigen: „Ich entscheide mich dafür, mit meinen Menschen in ihrer Trauer zu sein.”

Was Erzbischof Zinkula „Zeichen des Wandels” nennt, ist in Wirklichkeit die sichtbare Frucht von Jahrzehnten des Fortschrittsbetrugs.

 

Quellen: The Catholic Herald, EWTN News

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