Rund 40.000 Menschen haben am 19. April 2026 in Warschau am Marsch für das Leben teilgenommen und damit eines der größten Lebensschutz-Ereignisse Europas in diesem Jahr geschaffen. Unter dem Motto „Glaube und Treue 966–2026″ erinnerte der Marsch an den 1060. Jahrestag der Gründung des polnischen Staates. Schirmherrin war erneut die Polnische Bischofskonferenz (KEP).
Tusks Angriff scheiterte, die Bedrohung bleibt
Staatspräsident Karol Nawrocki nahm persönlich teil und erklärte:
„Tausende Menschen im Herzen Warschaus zeigen, wie wichtig das Leben und die Familie für Polen sind. Deshalb kann der polnische Präsident heute nicht fehlen. Ich danke den Organisatoren und den wunderbaren polnischen Familien.”
Weihbischof Piotr Jarecki, der im Vorfeld eine heilige Messe hielt, betonte: „Die Heiligkeit des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ist der primäre unveräußerliche Wert.” Nach der Messe lud er die Anwesenden zur geistigen Adoption eines ungeborenen Kindes ein.
Hintergrund des Marsches ist der politische Angriff auf das polnische Lebensschutzrecht. Premierminister Donald Tusk versuchte 2024, das seit einem Urteil des Verfassungsgerichts von 2020 geltende Gesetz zu lockern. Sein Versuch scheiterte im Parlament mit 215 zu 218 Stimmen. Nawrocki hat angekündigt, jeden weiteren Liberalisierungsversuch durch sein Vetorecht zu verhindern. Auch in Stettin und weiteren polnischen Städten fanden Lebensschutzmärsche statt.
Gemessen an der Teilnehmerzahl zählt der Warschauer Marsch zu den größten Lebensschutz-Veranstaltungen Europas. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat dem gleichzeitig abgehaltenen Münchner Marsch für das Leben kein Grußwort geliefert.
Häme, Schweigen und das Wegschauen des deutschen Episkopats bilden den Kontrast. Wer die Treugebliebenen im polnischen Herzland sieht, hört die Anklage. Wer schweigt, hat das Hirtenamt in dieser Frage aufgegeben. Die Kultur des Todes gewinnt nur dort, wo Bischöfe stumm bleiben.
Quellen: CNA Deutsch · kath.net





