Kardinal Aveline stellt traditionellen Gläubigen in Frankreich ein theologisches Eintrittsbillet. Es ist ein bewährter Trick der konziliaren Hierarchie: Man lockt mit der Sprache der Großzügigkeit und verbirgt dahinter das Ultimatum.
Die versteckte Falle
Kardinal Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz, hat im Osterinterview mit dem Sender KTO klargestellt, was viele längst ahnten: Wer der überlieferten heiligen Messe verbunden ist, muss das Zweite Vatikanische Konzil vollständig annehmen. Kein Wenn, kein Aber.
„Die Tradition reicht bis zum letzten Konzil, einschließlich des letzten Konzils, des Zweiten Vatikanums, und dann wird es eines Tages ein weiteres geben.”
— Kardinal Jean-Marc Aveline, KTO-Interview, Ostern 2026
Anlass für diese Aussagen war ein Brief von Papst Leo XIV., den Kardinalstaatssekretär Parolin bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Französischen Bischofskonferenz in Lourdes übergab. Der Papst lud die Bischöfe ein, die der klassischen römischen Liturgie verbundenen Gläubigen „großzügig einzuschließen”. Aveline zeigte sich erfreut: Diese Einladung decke sich mit dem, was Frankreichs Bischöfe ohnehin bereits täten.
Großzügig mit Vorbehalt. Denn die Großzügigkeit trägt ein Preisschild. Die logische Kühnheit dieser Position ist beachtlich: Man erklärt sich zur pastoralen Fürsorge bereit und knüpft sie an die Kapitulation vor dem Grund des Problems.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat unterdessen angekündigt, am 1. Juli neue Bischöfe zu weihen, zur Not auch ohne päpstliche Erlaubnis. Aveline bezeichnete dies als „Geste, die Traurigkeit hervorruft” und verwies auf das für Ende Juni anberaumte Konsistorium Leo XIV., bei dem die Liturgiefrage erörtert werden soll.
Quellen: CNA deutsch, Catholic Herald





