Papst Leo XIV. kritisiert Zensur in Europa

Vatikanstadt. In seiner Neujahrsansprache an das diplomatische Korps hat Papst Leo XIV. eine deutliche Kritik an der Entwicklung der Meinungsfreiheit im Westen geäußert. Insbesondere Europa stehe vor einer besorgniserregenden Tendenz zunehmender Zensur und sprachlicher Bevormundung, die den öffentlichen Diskurs nachhaltig verforme.

Der Westen der Ideologien

Der Papst machte deutlich, dass die Einschränkung der “echten Meinungsfreiheit” heute weniger durch offene Repression erfolge, sondern durch ideologische Vorgaben, moralischen Druck und eine gezielte Umdeutung von Sprache. Diese neue Form der Kontrolle trete subtil auf, sei aber umso wirksamer. Leo XIV. sprach in diesem Zusammenhang von einer „orwellschen“ Entwicklung, bei der Worte ihren ursprünglichen Sinn verlören und zur Lenkung des Denkens eingesetzt würden.

Besonders kritisch sei diese Entwicklung gerade im Westen, der sich selbst als Garant von Demokratie und Freiheit verstehe. Wo Sprache normiert werde, so der Papst, dort werde auch das Denken begrenzt. Eine Gesellschaft, die nur noch genehme Begriffe und Meinungen zulasse, sieht sich gefesselt in Ideologien und vorgefertigten Meinungen.

“…bedauerlich festzustellen, dass insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird, während sich eine neue Sprache mit orwellschem Beigeschmack entwickelt, die in ihrem Bestreben, immer inklusiver zu sein, darin mündet, diejenigen auszuschließen, die sich nicht den Ideologien anpassen, von denen sie beseelt ist.”

So der Heilige Vater. Die Warnung des Papstes richtet sich nicht nur an Staaten, sondern auch an internationale Organisationen, Medien und gesellschaftliche Akteure. Eine freie Ordnung könne nur dort bestehen, wo Wahrheit ausgesprochen werden darf, auch wenn sie unbequem ist oder dem herrschenden Zeitgeist widerspricht.

 

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Anmerkung: Einordnung des Begriffes “Meinungsfreiheit” aus der Sicht der Kirche:

Leo XIII. lehrte in Libertas, es sei kein natürliches Recht, falsche oder irrige Meinungen zu verbreiten; „Gedanken- und Redefreiheit“ sei nur insoweit legitim, als sie der Wahrheit und der Tugend dient, nicht aber der Lüge oder dem moralisch Schlechten.

Meinungsfreiheit ist als solche also nur dann gut, wenn sie diesen gesunden Rahmen nicht verlässt. Im Westen ist dieser Rahmen nicht mehr gegeben und wird zudem in die gegensätzliche Richtung gedrängt.

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