Pelayo – Der Mann, der die Flamme der Reconquista entzündete

Als die iberische Christenheit im Jahr 711 vom plötzlichen Sturm der muslimischen Eroberung erschüttert wurde, schien die Welt, wie sie die Römer, Westgoten und unzählige Generationen zuvor gekannt hatten, unterzugehen. Das Westgotenreich, seit 589 fest in der katholischen Tradition verankert, brach innerhalb weniger Jahre zusammen. Adelshäuser flohen, Bischöfe wurden vertrieben, Kirchen geplündert oder unter Fremdherrschaft gestellt.

Ein katholischer Held in einer Welt, die am Rand des Untergangs stand

Doch inmitten dieses Zusammenbruchs gab es einen Mann, der sich nicht beugte – Pelayo, ein westgotischer Edelmann, vermutlich königlicher Hofbeamter oder Angehöriger der Garde, und zweifellos katholischer Christ. Er sollte jene Funken schlagen, die die Flamme der Reconquista entzünden würden – eine Flamme, die über sieben Jahrhunderte brennen sollte.

1. Der Zusammenbruch – Der Islam als Aggressor auf der Iberischen Halbinsel

Im Jahr 711 setzte der arabisch-berberische Feldherr Ṭāriq ibn Ziyād mit seinen Truppen über die Meerenge von Gibraltar. Die Quellenlage ist eindeutig: Dies war ein militärischer Angriff, ein bewusster Eroberungsfeldzug, getragen vom expandierenden Umayyadenkalifat.

Innerhalb weniger Jahre fiel fast das gesamte Westgotenreich:

– 711: Schlacht von Guadalete – König Roderich fällt.

– 712–718: Toledo, Mérida, Zaragoza, Sevilla – die wichtigsten Städte gehen verloren.

– Viele Kirchen werden unter die sogenannte Jizya-Ordnung gestellt und damit zum Symbol einer unterworfenen Christenheit.

Die christliche Welt Spaniens lag wie betäubt am Boden. Doch nicht überall.

2. Pelayo – Der unbeugsame Christ aus westgotischem Adel

Die frühesten Chroniken schildern Pelayo als:

– katholischen Westgoten,

– Mann von hohem Rang,

– tiefgläubig,

– unerschütterlich in seiner Loyalität zum christlichen Erbe Spaniens.

Die Chronica Albeldensis und Cronica ad Sebastianum erwähnen ihn als jemanden, der bereits vor der Rebellion gegen die muslimische Herrschaft als politisch bedeutende Persönlichkeit galt.

Um 718/722 wird Pelayo von den asturischen Bergstämmen – und vermutlich flüchtigen westgotischen Adeligen – zum Anführer und später zum König gewählt.

Damit beginnt das Königreich Asturien, der erste christliche Staat, der nach der islamischen Eroberung wieder entsteht.

Dieser Akt allein war ein Bekenntnis:

Der katholische Glaube gibt nicht auf – und das christliche Spanien ist nicht tot.

3. Covadonga – Die erste Flamme der Reconquista

„Dort, wo die Berge den Himmel berühren, wird Spanien neu geboren.“

Die berühmteste Episode in Pelayos Leben ist die Schlacht von Covadonga (722 nach traditioneller Datierung).

Historisch gesichert ist:

– Eine muslimische Strafexpedition wurde in die asturischen Berge geschickt.

– Ihre Aufgabe war es, den Aufstand Pelayos ein für alle Mal zu brechen.

– Die Truppe war zahlenmäßig weit überlegen.

Die christlichen Quellen zeichnen ein dramatisches Bild:

Pelayo und seine kleine Schar – vielleicht einige Hundert Männer – verschanzten sich in den schwer zugänglichen Höhlen und Schluchten des Picos de Europa.

Hier, in Covadonga, rief Pelayo seine Männer auf, ihr Leben für Christus und die Freiheit des Glaubens zu wagen. Die Chronica ad Sebastianum berichtet, Pelayo habe erklärt:

„Christus ist unser König! Unter seinem Banner werden wir siegen.“

Die Schlacht nahm einen unerwarteten Verlauf. Das muslimische Heer wurde im unwegsamen Gelände zerschlagen. Chroniken berichten sogar von Felsstürzen, die den Gegner trafen – eine Legende, die in Asturien bis heute weiterlebt.

Dies war der erste bedeutende christliche Sieg gegen die islamische Herrschaft auf spanischem Boden.

Die Botschaft an die Christenheit war klar:

Der Widerstand ist möglich. Gott hat sein Volk nicht verlassen.

4. Der lange, schwere Weg der Reconquista

Ein Triumph bedeutete Covadonga nicht automatisch. Die kommenden Jahrzehnte waren geprägt von:

– ständigen Überfällen,

– Gegenangriffen des Emirs von Córdoba,

– Hunger, Armut und Isolierung in den asturischen Bergen.

Doch Pelayo legte den Grundstein:

– Er gründete die neue Königsdynastie der Asturier, die später in den Königreichen León, Kastilien, Navarra und Aragon fortwirkte.

– Er etablierte den katholischen Glauben als identitätsstiftende Kraft eines wiedererstehenden Spanien.

– Er zeigte, dass der islamische Expansion Einhalt geboten werden konnte.

Die Reconquista begann nicht als Großreichsprojekt, sondern als kleine Flamme, bewacht von gläubigen Männern, die eher Bergbauern als Ritter waren.

Und Pelayo war ihr erster Hüter.

5. Der Glaube als Kern des Widerstands

Der katholische Glaube war:

– das geistliche Rückgrat eines bedrängten Volkes,

– die sakrale Legitimation königlicher Herrschaft,

– die übernatürliche Kraft, die den Widerstand erst möglich machte.

In den frühmittelalterlichen Chroniken wird Pelayo nie als bloßer politischer Rebell beschrieben, sondern stets als Verteidiger des christlichen Erbes.

Sein Sieg wurde als Zeichen göttlicher Vorsehung gedeutet – ein Motiv, das sich durch die gesamte Reconquista ziehen sollte.

Als Pelayo 737 starb, hinterließ er kein mächtiges Königreich.

Aber er hinterließ etwas Größeres:

die Hoffnung, dass Spanien wieder katholisch und frei sein könne.

Die Könige nach ihm – Alfons I., später Alfons III., die Könige von León, Kastilien, Aragón – sahen sich bewusst als Erben Pelayos.

Pelayo – Der erste Stein in der Mauer

Wenn Spanien im 8. Jahrhundert noch eine Seele hatte, dann war Pelayo der Mann, der sie bewahrte, als das Land in Dunkelheit versank.

Er war Katholik, Krieger, König und Symbol eines Volkes, das sich trotz Niederlage, zahlenmäßiger Unterlegenheit und politischer Zersplitterung nicht unterkriegen ließ.

Ohne ihn hätte es die großen Siege der Reconquista – Las Navas de Tolosa, die Rückeroberung von Toledo, die Einnahme Granadas – vielleicht nie gegeben.

Die Reconquista begann nicht mit Heeren.

Sie begann mit einem einzigen gläubigen Mann, der in den Bergen Asturiens sagte:

„Bis hierher – und nicht weiter.“

 

Quellen:

Chronica Albeldensis (9. Jh.)

Cronica ad Sebastianum (9. Jh.)

Crónica Rotense (Teil der „Crónicas Asturianas“)

Crónica de Alfonso III

Unterstützen Sie eine traditionelle katholische Stimme – unabhängig, unbeirrbar, treu.

Christkönigtum e.V. steht für eine klare, traditionsverbundene Mission des katholischen Glaubens – ohne Einfluss von Kirchensteuermitteln, parteinahen Organisationen, Großspendern oder politischen Interessen. Unsere mediale und karitative Arbeit als gemeinnütziger Verein finanziert sich ausschließlich durch die freiwillige Unterstützung von Gläubigen.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, dieses Laienapostolat fortzuführen und auszubauen.

Schnell und einfach per PayPal, uvm.:
Per Klick auf das Bild zur Spendenseite gelangen

Oder klassisch per Überweisung:

Bank: Stadtsparkasse Wuppertal
Empfänger: Christkönigtum e.V.
IBAN: DE36 3305 0000 0000 2079 85
BIC: WUPSDE33XXX
Verwendungszweck: Spende

Spenden an Christkönigtum e.V. sind steuerlich absetzbar. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Vergelt’s Gott!

2 Antworten

  1. Ihr solltet mal nachschauen auf der Webseite von Raymond Ibrahim. Er hat schon einige Bücher geschrieben über den Islam. Heute war er auf YT und erzählte von seinem neuen Buch. Und von der Schlacht deren Gedenken wir heute feiern; die Schlacht von König Balduin IV (Der Lepra-König) gegen Saladin – 1177; die Schlacht von Montgisard.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verwandte Beiträge

Deutschland braucht eine klare katholische Stimme. Mit Ihrer Hilfe verschaffen wir ihr Gehör.

Die Zeit drängt. Während andere resignieren, gehen wir in die Offensive: Für die Tradition, für die Armen, für Christus. Aber dieser Kampf kostet Kraft und Ressourcen.

Unser Dank an Sie: Für jeden Spender lassen wir monatlich Heilige Messen im überlieferten Ritus lesen