Auch die läßliche Sünde richtet sich, wenn auch in geringerem Grade als die Todsünde, gegen den Willen Gottes und daher gegen die Liebe. Sie zerstört diese zwar nicht, vermindert aber ihre Schwungkraft und behindert ihre Entfaltung. Dies ist die unheilvolle Wirkung der überlegten läßlichen Sünde, die offenen Auges getan wird, im Wissen, dass man etwas Gott Missfälliges tut.
Werden solche läßlichen Sünden gewohnheitsmäßig begangen, so vermindern sie das Streben der Seele nach Gott und stärken statt dessen den Zug zur Befriedigung der Eigensucht. Und so verliert die Seele nach und nach den Eifer, das Empfinden für die Beleidigung Gottes und gerät in eine Haltung der Lauheit.
Der Kampf gegen die läßliche Sünde hilft auch im Kampf gegen die schwere Sünde. Verschieben wir den Kampf gegen diese nicht erst auf die Zeit in der wir die schwere Sünde besiegt haben – auf diesen Zeitpunkt könnten wir dann vergeblich warten.
Zeigen wir Gott unsere Liebe auch im Kleinen, so hilft er uns auch in den großen Dingen.
Mit Maria – Gott allein!
Quelle: Geheimnis der Gottesfreundschaft





