Demut des Herzens ist eine schwierige und zugleich leichte Tugend: schwierig, weil sie unserem Stolz so entgegen ist, der uns immer zur Überhebung anstachelt; leicht, weil wir nicht weit zu gehen brauchen, um Beweggründe zur Demut zu finden; wir haben sie ja – und zwar reichlich! – in uns selbst, in unserem Elend. Es genügt jedoch nicht, Elend zu sein, um demütig zu sein; demütig ist nur, wer das eigene Elend ehrlich zugibt und die Folgen daraus zieht.
Zu dieser Erkenntnis kommt der von Natur aus stolze Mensch nicht ohne Gottes Gnade. Da Gott aber niemandem die nötige Gnade verweigert, so wende dich an ihn und bitte ihn, vertrauend und beharrlich, um die Demut des Herzens. Bitte im Namen Jesu, der sich um der Ehre des Vaters und deines Heiles willen so sehr gedemütigt hat; bitte in seinem Namen, und du wirst sie erhalten.
“Und dies ist das Heilmittel: den Blick fest auf dich heften, menschgewordenes Wort, das am Kreuze hängt. Siehst du die gedemütigte Seele so zu dir emporblicken, gleich bewegt es dich, sie anzusehen. Mit dem Strahl deines Blickes ziehst du allen Stolz aus ihr heraus, um ihn in deiner Glut zu verzehren. Niemand kann also Demut erwerben, der nicht den Blick auf dich heftet, gekreuzigtes Wort!” -M. Magdalena de’Pazzi
Ein einziges Mal hat Jesus ausdrücklich gesagt:
“Lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen” (Matth. 11, 29).
Quelle: Geheimnis der Gottesfreundschaft





