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Wunder bei Antiochia – Gottes Eingreifen im Ersten Kreuzzug

Eine ergreifende Erzählung aus der Zeit der heiligen Kämpfer

Kreuzfahrerheer

Im Jahre des Herrn 1098, unter sengender Sonne und inmitten des Staubes Syriens, stand das Kreuzfahrerheer in der heiligen Stadt Antiochia – halb erobert, halb noch in den Händen der Feinde – zwischen Leben und Tod. Hinter ihnen die Mauern, die sie unter unvorstellbaren Mühen erstürmt hatten, vor ihnen nun das gewaltige Heer des Emirs Kerbogha, Herr von Mossul, dessen Banner wie ein Meer aus Seide im Winde flatterten.

Drei Tage lang hatte der Feind vergeblich versucht, die Stadt zu stürmen. Als er sah, dass er sie nicht im Sturm nehmen konnte, legte er selbst eine eiserne Belagerung an. Die Rollen hatten sich umgekehrt: Nun waren die Kreuzfahrer Gefangene hinter den Mauern, eingeschlossen wie in einer Falle.

Hunger, Verzweiflung und zerschlagene Kräfte

In den Gassen von Antiochia irrten Männer mit eingefallenen Gesichtern umher. Brot war seltener als Gold, Pferde waren gefallen oder in der Not geschlachtet worden. Ritter, die einst in glänzender Rüstung über die Felder Galliens geritten waren, gingen nun zu Fuß, die Schultern gebeugt, die Hände leer. Ein Chronist schrieb: „Sie waren zu schwachen und hilflosen Fußsoldaten geworden.“

Die Moral sank. Stimmen wurden laut, die von Kapitulation sprachen. Manche wichen dem Blick des Kreuzes aus – aus Scham, dass ihr Herz wankte.

Und doch – in dieser finsteren Stunde wirkte der Himmel sein erstes Zeichen.

Die Vision des einfachen Pilgers

Eines Abends trat ein schlichter Mann aus der Provence, Peter Bartholomäus, vor den Grafen Raimund von Aguilers und den ehrwürdigen Bischof Adhemar von Puy. Er war kein Ritter, kein Gelehrter, nur ein Pilger unter vielen. Doch seine Augen brannten vor Ernst, und seine Stimme bebte, als er sprach:

„Mein Herr, der heilige Apostel Andreas ist mir erschienen.“

Er erzählte, wie er in der Nacht, halb im Schlaf, plötzlich von einem Licht umfangen wurde, das nicht von dieser Welt war. Aus diesem Licht trat ein Mann, ehrwürdig und von unbeschreiblicher Majestät, das Antlitz leuchtend wie die Sonne, und sprach ihn mit Namen an:

„Peter, mein Sohn, warum schläfst du, während das Volk Gottes ringt? Ich bin Andreas, der Apostel Jesu Christi, der Bruder des Simon Petrus. Der Herr hat das Rufen Seiner Kämpfer gehört und beschlossen, euch beizustehen. In der Kirche, die meinem Bruder, dem Fürsten der Apostel, geweiht ist, ruht verborgen im Boden die heilige Lanze, mit der die Seite unseres Heilands geöffnet wurde. Suche sie, denn sie ist das Zeichen, dass Christus mitten unter euch kämpft. Wer sie in der Schlacht trägt, wird nicht weichen vor dem Feind, so wie der Herr nicht wich am Kreuze. Fürchtet euch nicht – denn diese Stadt gehört dem heiligen Petrus und nicht den Heiden. Geht in den Kampf in Reue und Buße, und ruft mit lauter Stimme: Deus vult! – Gott will es!“

Der Apostel legte seine Hand auf Peters Schulter, und eine Kraft durchströmte ihn.

„Sage es deinem Herrn, sage es den Bischöfen, auch wenn sie dir nicht glauben. Sage ihnen, dass der Himmel selbst mit euch zieht. Zögert nicht, sonst wird der Feind euch verschlingen. Aber wenn ihr glaubt, werden nicht nur die Heiligen des Himmels, sondern auch eure Brüder, die in dieser Belagerung gefallen sind, mit euch reiten in Glanz und Macht, und die Feinde werden beben.“

Dann wich das Licht, und Peter blieb bebend zurück. Zuerst wagte er nicht, davon zu sprechen. Die Größe der Offenbarung lähmte ihn. Doch als der Apostel ihm zum zweiten Male erschien – strenger, dringlicher – und ihn mahnte, das heilige Kleinod zu bergen, gehorchte er.

Das Graben in der Kathedrale

Bischöfe, Ritter und einfache Soldaten versammelten sich in der alten Kathedrale. Sie knieten, beteten, manche weinten. Dann begann das Graben, Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Die Luft war schwer von Schweiß und Staub, und mehr als einer begann zu zweifeln.

Da – ein Ruf! Die Schaufel eines Soldaten stieß auf Eisen. Vorsichtig wurde es gehoben, gereinigt: Eine Lanze, alt und ehrwürdig, deren Anblick den Männern das Herz weit machte. Manche fielen auf die Knie, andere riefen unter Tränen: „Deus vult! – Gott will es!“

Die Nachricht durchzuckte das Lager wie ein Strom göttlichen Feuers. Aus der Hoffnungslosigkeit wurde brennender Mut. Aus zitternden Händen wurden Fäuste, die bereit waren, das Schwert zu führen.

Der Aufruf zum heiligen Kampf

Der Bischof Adhemar ließ verkünden: „Brüder, bekennt eure Sünden, gebt Almosen in Erinnerung an die fünf Wunden Christi, empfangt den Leib des Herrn. Morgen ziehen wir aus – nicht im Vertrauen auf unsere Stärke, sondern auf die Hand Gottes.“

Und so geschah es. Am Morgen des 28. Juni, am Vorabend des Festes der heiligen Apostel Petrus und Paulus, empfing das ganze Heer die heilige Kommunion. Männer, die dem Tode geweiht schienen, blickten nun mit leuchtenden Augen in die Sonne. Die Heilige Lanze wurde vorangetragen, fest umschlossen von den Händen des Bischofs.

Die Schlacht beginnt

Die Stadttore öffneten sich. In geordneten Reihen traten die Bannerträger hinaus. Die Sonne spiegelte sich in Helmen und Kreuzzeichen, Priester standen auf den Mauern, segneten die Kämpfer und machten das Zeichen des Kreuzes.

Kerbogha, der mächtige Emir, sah die Franken heraustreten. Hochmütig rief er: „Lasst sie nur kommen, so werden wir sie desto leichter töten!“ Doch als er die Entschlossenheit in ihren Reihen und die Heilige Lanze erblickte, ergriff ihn Unruhe.

Das zweite Wunder: Reiter vom Himmel

Kaum war die Schlacht entbrannt, geschah das, was die Chronisten später mit bebender Feder niederschrieben: Aus den Bergen im Osten kamen Gestalten auf weißen Rossen, in glänzenden Gewändern, die Banner wie Schnee, und führten das Kreuz voran. An ihrer Spitze ritt der heilige Georg, an seiner Seite der heilige Demetrius und der heilige Merkurios. Viele im Heer bezeugten, dass unter diesen strahlenden Gestalten auch die gefallenen Brüder des Kreuzzuges ritten – jene, die in den Monaten der Belagerung ihr Leben hingegeben hatten. Nun, verklärt und leuchtend, kehrten sie zurück, um den Kampf zu vollenden, den sie auf Erden begonnen hatten.

„Sie waren zahlreicher als das Heer der Franken“, berichtet ein Augenzeuge. Die Feinde wankten, Panik ergriff sie. Die himmlischen Krieger stürmten voran, und hinter ihnen fielen die Christen über das feindliche Heer her, wie ein Sturmwind, der die Felder reinigt.

Göttliche Stärkung

Raymond d’Aguilers, ein Priester im Heer, bezeugt ein weiteres Zeichen: Ein feiner Regen fiel vom klaren Himmel, nicht kühlend, sondern stärkend wie Wein und Brot. „Alle, die er berührte,“ so schrieb er, „wurden erfüllt von Kraft und Gnade, ihre Herzen verachteten den Feind, als hätten sie königliche Speisen genossen.“

Da erinnerten sich viele an die Worte, die Peter Bartholomäus von dem heiligen Andreas empfangen hatte: „Der Herr wird euch ein Zeichen senden, damit ihr erkennt, dass Er mitten unter euch ist, und damit eure Kraft erneuert werde, wenn der Kampf am härtesten tobt.“ Jetzt erkannten sie: Dieses Zeichen war da.

Selbst die Pferde, acht Tage lang nur mit Baumrinde und Blättern ernährt, kämpften, als hätten sie frisches Korn gefressen. Die Ritter sahen darin die Bestätigung, dass die Verheißung des Apostels erfüllt war – der Himmel selbst stärkte sie, Leib und Seele, damit sie den Feind in Gottes Namen vernichtend schlagen konnten.

Der Sieg des Herrn

Kerboghas Heer brach. Seine Anführer stritten untereinander, die Reihen lösten sich auf, und bald war das mächtige Feldlager nur noch eine aufgelöste, fliehende Masse. Die Franken verfolgten sie bis zur Eisenbrücke und darüber hinaus.

In der Stadt läuteten die Glocken. Männer, Frauen und Kinder fielen auf die Knie. „Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam – Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre!“

Die Zitadelle fällt

Der Emir, der noch die Zitadelle hielt, sah die Banner der Franken im Winde flattern und erkannte, dass die Sache verloren war. Er suchte Bohemund von Tarent auf und bat um Gnade. Wer bereit war, Christus anzunehmen, durfte bleiben. Die anderen zogen unversehrt davon. Wenige Tage später empfing der Emir mit vielen seiner Krieger die Taufe.

Nachhall des Wunders

So endete die Schlacht von Antiochia – nicht als Triumph menschlicher List, sondern als Werk des Himmels. Die Lanze des Herrn, das Eingreifen der Heiligen – unter ihnen auch die gefallenen Brüder, die in strahlender Herrlichkeit wiederkamen –, der stärkende Regen und die furchtbare Macht Gottes selbst hatten den Sieg bereitet.

Und bis heute verkünden die Chroniken dieser Tage, dass, wer im Vertrauen auf Gott und unter dem Zeichen des Kreuzes kämpft, nicht verlassen wird – auch wenn er vor den Toren der Hölle zu stehen scheint.

Quellen: Mittelalterliche Chronik Gesta Francorum, geschrieben um 1100-1101

Raymond d’Aguilier Historia francorum qui ceperint Jerusalem (Geschichte der Franken, die Jerusalem einnahmen)

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