„Mein Gott, es gibt nichts Frostigeres als einen Christen, der sich nicht um das Heil der andern kümmert! Ich kann nicht, um mich davon zu dispensieren, meine Armut zum Vorwand machen. Petrus sagte: ‚Silber und Gold hab ich nicht.‘ Paulus war so arm, das er oft Hunger litt. Ich kann auch meinen niederen Stand nicht vorschützen; denn auch sie waren nicht vornehm und hatten keine adeligen Eltern.
Auch kann ich mich nicht entschuldigen, Herr, indem ich sage, ich sei unwissend; denn auch sie waren es. Auch wenn ich ein Sklave wäre und obendrein ein entflohener, könnte ich meine Aufgabe erfüllen: auch Onesimus war ein solcher. Ich kann nicht einwenden, ich sei krank; denn Timotheus war oft krank. O Herr, dein Licht lässt mich erkennen, dass auch ich dem Nächsten nützen kann, wenn ich meine Pflicht erfülle. Und dies tue ich, wenn ich dein Gesetz beobachte, ganz besonders das Gesetz der Liebe, durch das du uns lehrst, gut zu sein gegen unsere Beleidiger.
Die Weltleute werden durch ein gutes Leben mehr berührt als durch Wunder. Und du sagst mir, dass nichts das Leben gut macht als die Liebe zum Nächsten. Hilf mir also, o Herr, ein heiliges Leben zu führen und gute Werke zu tun, so dass jene, die mich beobachten, deinen Namen loben mögen“ (vgl. hl. Johannes Chrysostomus). „Herr, gewähre mir, im Herzen zu glauben, mit dem Munde zu bekennen und dein Wort Tat werden zu lassen, damit die Menschen, die meine guten Werke sehen, dich verherrlichen, dich, unsern Vater, der du bist in dem Himmel, durch Jesus Christus unsern Herrn, dem Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen“ (Origenes).
Quelle: Geheimnis der Gottesfreundschaft






