Warum die „Verteidigung“ von Pachamama das eigentliche Problem offenbart

"Pachamama ist die Erde, genauer gesagt, die Seele der Erde." Ein Verteidigungsversuch von Reinaldo Nann.

São Paulo, 1995. Ein Raum erfüllt vom herben Duft brennender Kräuter und der schweren Feuchtigkeit eines brasilianischen Nachmittags. In der Mitte wird Erde aufgeschüttet, Gaben werden dargebracht – ein ritueller Dialog mit der „Mutter Erde“. Inmitten dieser Szenerie kniet ein junger Kleriker nieder. Es ist kein Moment privater Andacht vor dem Tabernakel, sondern die aktive Teilnahme an einem Pachamama-Ritus. Dieser Mann ist Robert Prevost, der heute als Papst Leo XIV. die höchste Bürde der Kirche trägt.

Lange Zeit blieb dieser Moment in den Archiven verborgen, festgehalten lediglich in den vergilbten Seiten des 1996 erschienenen Bandes Ecoteología: Una Perspectiva desde San Agustín. Doch die nun aufgetauchten Bilder und Videoaufnahmen sind mehr als eine bloße biographische Fußnote. Sie wirken wie ein Sprengsatz unter dem Fundament der kirchlichen Tradition. Es geht hier nicht um die Jagd nach alten Fehlern, sondern um die erschütternde Frage, wie eine Kirche ihre Identität bewahren will, wenn ihre künftigen Hirten bereits vor Jahrzehnten die Grenze zum Synkretismus überschritten haben.

 

Wenn die Verteidigung zum Geständnis wird

In dem verzweifelten Versuch, den Papst vor dem Vorwurf der Idolatrie zu schützen, hat Reinaldo Nann, ein ehemaliger Bischof und Weggefährte, das wohl verhängnisvollste Plädoyer der jüngeren Kirchengeschichte verfasst. Auf dem Portal Religion Digital bestätigte Nann im Grunde jede belastende Einzelheit: die Teilnahme am Symposium, die Zeremonie für die Mutter Erde und das Knien des jungen Prevost.

Nanns Argumentation ist von einer fast schon beleidigenden Absurdität. Er versucht, das Geschehen durch eine therapeutische Sprache zu neutralisieren, die den rituellen Akt von seiner objektiven Bedeutung entkoppelt. Für Nann ist das Knien und Opfern kein Götzendienst, solange man die Erde lediglich als „beseeltes Geschöpf“ betrachtet.

Diese Logik ist der theologische Offenbarungseid einer Ära, die den Skandal durch Semantik ersetzen will. Wenn ein Priester innerhalb eines explizit heidnisch benannten Ritus kniet und Opfergaben darbringt, dann setzt er ein öffentliches Zeichen. Zu behaupten, dies sei harmlos, solange die innere Intention „ökologisch“ gefärbt sei, bedeutet nichts Geringeres, als die Kategorie des Sakrilegs vollständig abzuschaffen.

Der wohl intellektuell niederschmetterndste Teil von Nanns Verteidigung ist der Versuch, Pachamama in die dogmatische Struktur der Heiligenverehrung zu pressen. Er argumentiert ernsthaft, man könne zu ihr sprechen und vor ihr knien, wie man es bei christlichen Heiligen tue. Dies ist nicht nur ein Missverständnis, es ist ein theologischer Vandalismus, der den Unterschied zwischen Schöpfer und Geschöpf verwischt.

Um die Tiefe dieses Kollapses zu verstehen, muss man die unüberbrückbare Kluft betrachten:

Katholische Heiligenverehrung (Dulia): Heilige sind menschliche Personen, die in Christus verherrlicht wurden. Sie sind Glieder des Mystischen Leibes Christi. Die Verehrung ihrer Bilder ist relativ und leitet den Geist zum Urbild – zu Gott selbst – weiter.

Pachamama-Ritus: Hier wird ein Naturgeist, eine „Seele der Erde“ oder eine ökologische Metapher adressiert. Die Erde wird zum persönlichen Empfänger eines Kultes. Dies ist keine Dulia, sondern die Sakralisierung der Materie.

Nanns Versuch, diesen Natur-Ritus zu „katholisieren“, bestätigt paradoxerweise jedes häretische Vorurteil, das der Protestantismus je gegen uns gehegt hat. Er liefert die Munition für die Behauptung, Katholiken seien in Wahrheit Heiden, die ihre Götzen lediglich hinter neuen Namen verstecken. Indem er die Heiligen zu Naturgeistern herabstuft, beleidigt er das Gedächtnis derer, die für den wahren Gott lebten und starben.

 

Warum „gute Absichten“ den Skandal nicht heilen

Die moderne Ausrede der „Inkulturation“ wird oft als moralisches Bleichmittel verwendet, um jede noch so fragwürdige Geste reinzuwaschen. Doch die Geschichte der Kirche erzählt eine andere Wahrheit. Die Märtyrer der ersten Jahrhunderte starben nicht, weil sie innerlich an Jupiter glaubten. Sie starben, weil sie sich weigerten, auch nur ein einziges Körnchen Weihrauch vor einer Statue zu verstreuen. Sie wussten, dass die äußere Handlung eine objektive Realität besitzt, die durch keine „gute Absicht“ neutralisiert werden kann.

Lex orandi, lex credendi – wie wir beten, so glauben wir. Die Liturgie und die rituellen Gesten formen die Seele. Man kann eine rituelle Teilnahme nicht „therapeutisch“ wegdiskutieren. Wenn ein Kleriker öffentlich an einem fremden Ritus teilnimmt, lehrt er durch seine Tat, dass dieser Ritus geistlich zulässig sei. Die private Intention ist kein sakramentales Reinigungsmittel für den öffentlichen Skandal. Wenn wir zulassen, dass religiöse Gesten rein subjektiv interpretiert werden, verlieren wir die Sprache des Heiligen und machen die Kirche zu einem Museum für vage spirituelle Befindlichkeiten.

In diesem Kontext erscheint auch Nanns Rückgriff auf den heiligen Franz von Assisi als theologischer Analphabetismus. Franziskus besang „Bruder Sonne“ und „Schwester Mond“, um Gott durch seine Geschöpfe zu preisen. Er trat nie in einen rituellen Opferdialog mit der Erde als eigenständiger, beseelter Instanz. Diesen Unterschied zu leugnen, ist eine bewusste Umverdrahtung des christlichen Glaubens unter dem Deckmantel franziskanischer Poesie.

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