Während die Bombardierungen auf Gaza unaufhörlich weitergehen und die katholische Pfarrei der Heiligen Familie unter schwerem Beschuss steht, erhebt Kardinal Pierbattista Pizzaballa scharfe Anklage. Er ruft zum Gebet auf, verurteilt die Offensive Israels und weist die wiederholten Behauptungen von „Versehen“ beim Beschuss von Kirchen und zivilen Einrichtungen zurück.
Kardinal Pizzaballa äußert sich
Aufruf zu Gebet und Fasten: „Es ist ja auch das Einzige, was wir in dieser Zeit tun können: Beten und Fasten, um uns ganz auf Gott auszurichten. Mehr können wir derzeit nicht tun, um die Herzen der Menschen zu verändern.“ Mit diesen Worten betont der Patriarch von Jerusalem, dass die Christen im Gazastreifen ihre Kraft allein aus dem Glauben schöpfen.
Doch gerade die Kirche selbst ist zum Ziel geworden. Gebäude, die hunderten von Flüchtlingen Schutz bieten, werden beschossen – und Israels Regierung spricht von „Fehlern“ und „Kollateralschäden“. Für die Gläubigen in Gaza hat sich diese Sprachregelung ins Zynische verkehrt. Pizzaballa beschreibt, wie die Gemeinde unter dem Beschuss dennoch ausharrt:
„Da ich die Gemeinde kenne, kann ich sagen, dass ihre Kraft gerade aus dem Gebet kommt, aus dem Wunsch, in dieser schrecklichen Situation Widerstand zu leisten. […] Ihre Kraft zum Widerstehen, ihr Versuch, trotz allem allen zu helfen, Lebensmittel zu organisieren, Medikamente zu verteilen – diese Kraft kommt gerade aus dem Gebet und aus ihrem Zusammenhalt, den nur das Gebet geben kann.“
Zur aktuellen Offensive Israels findet der Kardinal drastische Worte:
„Es scheint, dass die Ankündigung der israelischen Regierung, dass ‚sich die Pforten der Hölle öffnen werden‘, tatsächlich tragische Formen annimmt.“
Was viele bislang als martialische Rhetorik abgetan hätten, werde nun bittere Realität. „Die Erfahrungen aus früheren Kampagnen in Gaza, die erklärten Absichten der israelischen Regierung in Bezug auf die aktuelle Operation und die Berichte, die uns jetzt aus dem Gebiet erreichen, zeigen, dass die Operation nicht nur eine Drohung ist, sondern eine Realität, die bereits umgesetzt wird.“
Tödlichen Entscheidung
Die Menschen in der Pfarrei sehen sich inzwischen einer tödlichen Entscheidung ausgesetzt: „Wie andere Bewohner von Gaza-Stadt müssen auch die in den Einrichtungen lebenden Flüchtlinge nach ihrem Gewissen entscheiden, was sie tun werden. Viele derjenigen, die innerhalb der Mauern der Komplexe Zuflucht gesucht haben, sind aufgrund der Strapazen der letzten Monate geschwächt und unterernährt. Gaza-Stadt zu verlassen und zu versuchen, in den Süden zu fliehen, käme einem Todesurteil gleich.“
Angesichts dieser dramatischen Lage spricht Pizzaballa auch eine klare Mahnung an die Verantwortlichen aus: „Es kann keine Zukunft geben, die auf Gefangenschaft, Vertreibung der Palästinenser oder Rache basiert.“
Damit ist der Ton gesetzt: Kardinal Pizzaballa macht deutlich, dass Israels Offensive in Gaza längst über jede angebliche „Verteidigung“ hinausgeht und die Kirche mitten ins Fadenkreuz geraten ist. Während die Verantwortlichen in Tel Aviv von „Versehen“ sprechen, erleben Priester, Ordensfrauen, Kinder und Alte in Gaza eine Wirklichkeit, die keinen Zweifel lässt – eine Wirklichkeit, in der die Pforten der Hölle sich tatsächlich geöffnet haben.
Quellen: katholisches.info, CNA DE, Vatican News
Eine Antwort
Hat ein einziger der “Christen” in Gaza nur einen Finger gerührt, um den israelischen Geiseln zu helfen? Kardinal Pizzaballas Aussagen sind extrem einseitig, ohne einen Funken Empathie für einen Staat, der seit 1948 um seine Existenz kämpft und die Propaganda und den Lügen der Islamofaschisten unkritisch eins zu eins übernimmt und weiter verbreitet. Als Christin und Katholiken schäme ich mich für solche Prälaten!