Der katholische Bibelkanon – Ausdruck apostolischer Tradition und der Kontinuität der Wahrheit

Die Frage, welche Bücher zur Heiligen Schrift gehören, ist nicht nur eine historische oder literarische Debatte – sie ist grundlegend für das Verständnis der göttlichen Offenbarung. Die katholische Kirche hält an einem Bibelkanon fest, der 73 Bücher umfasst, darunter auch die sogenannten deuterokanonischen Schriften. Dieser Kanon ist kein zufälliges Produkt späterer Konzilien, sondern das Ergebnis eines kontinuierlichen und gelebten Traditionsprozesses, der bis zu den Aposteln zurückreicht.

Der Ursprung des Kanons – ein katholischer Prozess

Die Festlegung des biblischen Kanons geschah nicht plötzlich, sondern durch die Leitung des Heiligen Geistes in der lebendigen Gemeinschaft der Kirche. Bereits im Jahr 382 n. Chr. veröffentlichte die Synode von Rom unter Papst Damasus I. eine Liste biblischer Bücher, die den heutigen katholischen Kanon vollständig widerspiegelt – inklusive der deuterokanonischen Bücher, die aus dem Griechisch sprechenden Judentum stammen und im Alten Testament enthalten sind.

Diese Liste wurde in den nachfolgenden Synoden von Hippo (393) und Karthago (397 und 419) bestätigt. Auch die Übersetzung der Bibel ins Lateinische durch Hieronymus – die Vulgata – basierte auf diesem Kanon und wurde über Jahrhunderte zum maßgeblichen Text der westlichen Christenheit. Der Kanon wurde nie neu erfunden, sondern nur kirchlich bestätigt, was bereits seit Jahrhunderten gelebte Praxis war.

Reformatorische Uneinigkeit – die Individualität der Reformatoren 

Mit dem Auftreten der Reformation im 16. Jahrhundert begannen Martin Luther und andere Reformatoren, die kanonische Gültigkeit einzelner Bücher in Frage zu stellen. Luther entfernte nicht nur die Deuterokanonika aus dem Alten Testament, sondern zweifelte auch neutestamentliche Schriften an (z. B. Jakobusbrief, Offenbarung, Hebräerbrief), die ihm theologisch nicht ins Konzept passten.

Anders als die katholische Kirche, die durch konziliare Beschlüsse und gelebte Tradition handelt, trat im Protestantismus eine subjektive, individualistische Sichtweise in den Vordergrund. Jeder Reformator hatte seine eigene Meinung über die Gültigkeit biblischer Bücher – ein Prozess, der letztlich zu inkonsistenten Kanonvorstellungen führte. Bis heute gibt es im Protestantismus keine weltweit einheitliche, autoritativ beschlossene Kanonliste – ein Widerspruch zur Vorstellung von einer verbindlichen göttlichen Offenbarung.

Auch die orthodoxen Kirchen halten grundsätzlich an einem umfassenden Kanon fest, der den deuterokanonischen Schriften Raum gibt. Doch hier zeigt sich ein anderes Problem: Es gibt keinen einheitlichen Kanon. Die griechisch-orthodoxe Kirche etwa erkennt eine andere Anzahl an Büchern an als die russisch- oder äthiopisch-orthodoxe Kirche. Diese Vielfalt zeigt, dass auch in der Orthodoxie keine einheitliche, autoritative Festlegung existiert, wie sie in der katholischen Kirche durch ein universales Lehramt möglich ist.

Der katholische Kanon – Ausdruck apostolischer und kirchlicher Kontinuität

Die katholische Kirche sieht im biblischen Kanon nicht nur eine Textsammlung, sondern ein Glaubenszeugnis, das durch die apostolische Tradition weitergegeben wurde. Die Kirche war Trägerin des Kanons, nicht seine Schöpfung. Sie empfing, bewahrte und verkündete die Schriften im Licht der Lehre der Apostel.

Dass der Kanon von 382, der im Westen durchgehend im liturgischen und theologischen Leben verwendet wurde, im Konzil von Trient 1546 endgültig und feierlich definiert wurde, zeigt keine Veränderung, sondern die Bewahrung einer alten, lebendigen Tradition – und eine Reaktion auf die Neuerungen der Reformation.

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